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Indien Blog

(If you happen to read this Blog in English, please note that it is due to the automatic translator of this site. It often comes up with very strange interpretations of my original german text. So please don`t be surprised and don`t hold me accountable for twisted meanings! :-))


...Dosa und Satsang zum Frühstück...

 

 

Heute morgen nahm mich ein Freund mit zu einem Frühstück, welches jeden Sonntag kostenlos in einem kleinen Guesthouse angeboten wird, einfach zu dem Zweck zusammenzukommen und sich auszutauschen.

 

 

 

Das Haus und der Garten sind phänomenal schön, im typischen Auroville-Stil.....klare, simple aber unendlich geschmackvolle und dekorative Formen. Edel und Einfach. Und üppig grün.

 

 

 

Nachdem alle Anwesenden einander herzlich begrüßt haben (bekannter oder unbekannter Weise), nehmen wir an der Tafel auf der Terrasse Platz. Bald bekommen wir ganz ungezwungen  und mit viel Enthusiasmus frisch gemachte Dosas und Iddlis aus rotem Reis serviert, dazu Kokosnußchutney.....Tee und Kaffee.....

 

 

Die Nationalitäten der Gruppe sind bunt gemischt: Indien, Italien, Österreich, Deutschland, Belgien...

 

Mein indischer Tischnachbar und ich beginnen ein Gespräch in dem er mir von seinen Erfahrungen mit seinen 2 Meistern berichtet, mit denen er viele Jahre seines Lebens verbringen durfte - faszinierende, tiefgründige und humorvolle Anekdoten über die unkonventionellen Lehrweisen dieser außergewöhnlichen Menschen, die nicht bloßes Wissen, sondern unmittelbare Erfahrung übermittelten. Bald ist die gesamte Gruppe an unserem Gespräch beteiligt. Jede/r erzählt ihre/seine Geschichte, wie wir auf den spirituellen Weg kamen, wie wir nach Auroville kamen.... und darüber, daß Erwachen bestimmten Zyklen folgt. Wir sind fasziniert wie diese Zyklen in unser aller Leben klar erkennbar sind. Unser „Frühstück“ in beschwingter Runde wurde zu einem inspirierenden, verbindenden Satsang...... Ja! Das ist es warum ich Auroville so liebe.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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...Aufwachen und Erinnern...

Hier bin ich. Das Passieren der Zeitgrenze mit übermenschlicher Geschwindigkeit, das Überwinden tausender von Kilometer innerhalb von Stunden hoch über der Erde, der Wechsel aus einem kalten, stillen Land, das (mehr oder weniger) in Reih und Glied organisiert ist, wo jeder "seine“ Ruhe hat von zu viel Auseinandersetzung mit den „Anderen“, hin zu einem Land das heiß, laut, turbulent, bunt und geruchsintensiv ist, wo das scheinbar Chaotische nur durch ein sehr unmittelbares Miteinander funktioniert - das ist ein Prozess, der sich anfühlt als würde man durch das berühmte Schlüßelloch gezogen.

 

 

 

 

Das Ich-Gebilde in seiner aktuellen Zusammensetzung muß plastisch werden, bereit seinen Aggregatzustand zu verändern, sich auseinandernehmen und neu zusammensetzen zu lassen. Wie man auf der anderen Seite wieder herauskommt ist nie ganz sicher. In diesem Zustand war ich die letzten Tage. Und ich konnte nicht umhin so große Fragen neu zu erforschen, wie wer ich in diesem Leben überhaupt bin, was hier meine Aufgabe ist und wo ich eigentlich hingehöre. Was war nochmal der Grund warum ich zwischen den Welten wandere?

Auch war die Verbundenheit mit meiner Mutter und Schwester, meinen langjährigen Freundinnen und treuen Schüler/innen diesmal besonders spürbar, und entsprechend schwierig sich davon zu lösen.

 

Meiner diesjährigen Abreise nach Indien ist eine Phase vorausgegangen, in der die Frage nach Sinn, Zugehörigkeit, Aufgabe und Wurzeln plötzlich stark aufgekeimt ist – aus verschiedenen gegebenen Anlässen. Ist das was ich mache wirklich meine Aufgabe? An welchem Ort bin ich zu Hause? Darf ich nicht doch irgendwann EINEN äußeren Ort, als sicheren Zufluchtsort mein zu Hause nennen? Und wo sollte der sein? Darf ich mich nicht doch an EINEM Platz Teil eines sozialen Netzwerkes fühlen? Ein Schwall an Fragen...

 

Auf dem dicken Ast vor meinem Fenster tummelt sich in diesem Augenblick ein Streifenhörnchen. Es bleibt stehen und schaut mich direkt an mit seinen schwarzen Kulleraugen und seinem samtigen Fell. Diese Lieblichkeit und Sanftheit, die die Natur hervorbringt! Das Streifenhörnchen schenkt mir einen Moment der Berührtheit, und geht dann seiner Wege. Es zweifelt nicht daran warum es hier ist. Es tut einfach das was es kann und wofür es geschaffen ist. In diesem Moment.

 

Der Tag an dem ich reise ist voller gemischter Gefühle. Der Abschied fällt schwerer als sonst, wieder ein Jahr ohne mit meiner Mutter Weihnachten zu feiern. Wieder bringt sie mich zum Flughafen und wir verabschieden uns wehmütig aber tapfer für so viele Monate. Bin ich reisemüde geworden? Immer wieder ist es aufwendig und schwierig das gewohnte Umfeld zu verlassen, sei es von dort nach hier oder von hier nach dort.

 

Doch auch die altbekannte Vorfreude, das innere Kribbeln, das Gefühl von Freiheit stellen sich ein! Gott sei Dank. Gleichzeitig bemerke ich aber, wie wenig aufgeregt und wie routiniert ich im Vergleich zu meinen früheren Reisen bin. Ich bin fast so gelassen, als würde ich bloß in die Straßenbahn einsteigen und tun was getan werden muß. Vielleicht, weil mein Kopf immer noch besessen ist von der Sinnfrage, gefangen in der Illusion er könnte durch die Denkerei eine endgültige Wahrheit über den "richtigen" Lebensweg enthüllen. Ich muß mich selbst wachrütteln, um die Neuheit des gegenwärtigen Momentes wahrhaben zu können.

 

Nach vielen Stunden im Flugzeug endlich der Landeanflug in Chennai. Ein Gefühl der Vertrautheit und Sicherheit. Keine Angst und keine Unsicherheit. So oft bin ich schon in Indien angekommen.

 

Mein Taxifahrer, „Shiva“, erspäht mich gleich und winkt mit einem Zettel wo „Saraswati“ draufsteht. Er ist äußerst zuvorkommend. Er hat mir eine Flasche Wasser mitgebracht und bietet mir an auf der Fahrt sein Internet zu nutzen. Er weiß was nach so einer langen Reise gebraucht wird.

 

Mir ist nun etwas übel, die Hitze, die Geruchskulisse der indischen Strassen, das Hupen, ein Tempel mit leuchtend bunten Gottheiten, vertraut und fremd zugleich.... es ist etwas überwältigend. Als ich mich vor Müdigkeit auf meinen Rucksack lege um endlich die Augen zu schliessen und loszulassen, macht mich Shiva auf die Pölster aufmerksam, die er zu diesem Zweck in seinem Auto hat. Noch zuvorkommender ist garnicht möglich. Und so sinke ich erschöpft in den weichen, sicheren Schoß von Mother India.

 

Als wir in Auroville ankommen ist es bereits stockfinster. Die Sonne geht ja schon um 18 Uhr unter. Freudiges Begrüßen mit der Familie in dessen Haus ich wohne. Ich bin dankbare Mieterin des oberen Stockwerkes. Auspacken meiner Matratze, Decken und hiergebliebenen Habseligkeiten aus dicken verstaubten Plastikfolien. Was zum Vorschein kommt ist zwar optisch sauber im Vergleich zu allem was nicht verpackt war, es riecht aber trotzdem schimmelig.

 

Als ich mich um 23 Uhr ins Bett (auf die dünne harte Matratze) lege, sind meine Augen weit offen. Die erste Nacht bringt nicht den ersehnten Schlaf. Die Hunde bellen, die Grillen zirpen mit großer Vehemenz, es ist heiß und die Matratze ist ungewohnt hart. Ich bin noch das weiche Bett und eine heilige Ruhe gewöhnt. Mitten in der Nacht wache ich vor Kälte zitternd auf. Es hat plötzlich abgekühlt.

 

Am nächsten Tag ist der Himmel mit dunklen Wolken verhangen und es regnet den ganzen Vormittag in Strömen. Und auch der Strom ist ausgefallen. Und so darf ich in meinem kleinen Reich ankommen, darf dasitzen, aus dem Fenster schauen, den Regen hören, riechen und die frische Brise spüren, die zu den unverglasten Fenstern, die sich in die Baumkronen von Neem- und Mangobaum öffnen, hereinweht. Es gibt einfach nichts was ich nun sonst tun könnte als einfach dazusitzen und das ist genau was nötig ist.

 

Ganz langsam beginnt mein Erwachen.....aus der Trance Europas.

 

Und da erinnere ich mich auch wieder daran, warum ich hier bin. Dies ist mein sicherer Ort der inneren Einkehr, der Inspiration, der Einfachheit des Seins mit mir, mit der Natur, mit meiner Praxis!

 

Der Prozess der „Neuzusammensetzung“ nach der durcheinanderwirbelnden Erfahrung der letzten Tage und Wochen setzt ein. Nach und nach kehren Erinnerungen zurück und das Innere beginnt sich neu anzuordnen.

 

Am Nachmittag, als der Regen verstummt, mache ich die wichtigsten Besorgungen. Zu allererst benötige ich einen Scooter, dann werden Nahrungsmittel eingekauft. Ich bin heilfroh, daß ich stur genug war 2 meiner Kochtöpfe in meinem Koffer mitzuschleppen. Die Kochtöpfe, die ich hier gekauft habe, obwohl aus Edelstahl, werden abartig heiß und alles brennt gleich an, wenn man nur für eine Minute nicht dabeisteht.

 

Als ich nach 6 Monaten Abwesenheit durch die wohlbekannten Strassen und Wege fahre kommt die Erinnerung immer mehr zurück.... daran warum ich hier bin, hier in Auroville. Und vielleicht auch hier im Leben. Es ist als wäre da ein Schleier zwischen den beiden Lebenswelten, ein Schleier des Vergessens, der vielleicht nötig war, um sich in Europa wieder einzufinden.

 

Am Abend, als ich mich zur Praxis vor meinen Altar setze, spüre ich etwas was ich in Wien so schmerzlich vermißt habe. Das Land, die Erde, die ganze Atmosphäre unterstützen mein Sadhana. Südindien ist die Wiege der Verehrung der Göttin, das Zentrum von Sri Vidya, seit tausenden von Jahren. Während es mir in Österreich große Disziplin abverlangt mich zur täglichen Praxis hinzusetzen und es einem Schwimmen gegen den Strom gleicht, ist es mir hier ein natürliches Bedürfnis in Harmonie mit der Umgebung.

 

Ich weiß wieder warum ich die Wohnung so liebe.....es ist meine Klausur! Wie konnte ich das vergessen?

 

Das Leben in Einfachheit, das Schlafen am Boden, die Nähe der Natur, Mangobaum, Neembaum, die zum Fenster hereinschauen, die Ameisenbrigaden und andere respekteinflößende Zeitgenossen, die mit Nachdruck einmaschieren und ihr Wohnrecht einfordern, die unverglasten Fenster, die Stromausfälle, das Sparsame Verwenden von Wasser... die rotgoldene Abendsonne vorm Fenster....

 

...ich fühle mich herausgenommen aus dem wahnsinnigen Streben der westlichen Welt, dem unbewußten Hinterherlaufen irgendwelchen eingebildeten Zielen, dem längst unüberblickbar gewordenem Größenwahn, während man die allerursprünglichste Stimme des eigenen Herzens nicht mehr hören kann.....hier höre ich sie wieder.

 

Vertrautheit und Fremde sind zwei Dinge, die in meinem Leben wohl immer sehr nahe beieinander liegen werden. In Österreich die Fremde in der so vertrauten Umgebung, in Indien die Vertrautheit in der Fremde.

 

Und noch etwas ist mir heute klar geworden. Nachdem ich mich in den letzten Wochen (scheinbar) notgedrungener Weise, der Beschäftigung mit Marketing, Steuerdingen und Social Media ergeben habe, ist mein Fokus sehr professionell geworden. Doch jetzt weiß ich wieder: Ich bin nicht hier um ein Retreat zu leiten, obwohl ich voll Dankbarkeit und Vorfreude das Yogini Retreat “Devi`s Daughters“ erwarte, ich bin nicht hier um beruflich zu wachsen, ich bin nicht hier um mich anzusiedeln. Ich bin einfach hier um zu praktizieren, um die überaus wertvolle Gelegenheit zu nutzen, die geschenkten goldenen Momente wahrzunehmen, in das Meer der Liebe zur göttlichen Mutter einzutauchen, hier auf Ihrem Land, darin zu baden und mich von Ihr tragen zu lassen! Wohin das sein wird ist ganz Ihr überlassen.

 

Vor vielen Jahren, als ich das erste Mal zu Swami Gurusharanananda kam und unser gemeinsamer Weg seinen Ausgang nahm, bat er mich genau aufzuschreiben, was es ist was ich mir in diesem Leben am allermeisten wünsche. Diesen Zettel habe ich heute noch und was ich damals schrieb ist meine Essenz. Eins zu sein mit dem Mysterium, der Schönheit der Natur, der Mutter des Universums, sie in allen Formen zu erkennen, als meine Geliebte, mich selbst in allen Formen zu erkennen, in jedem Gesicht, jedem Wesen, jeder Handlung. Jeden Schmerz und jede Freude als meine eigene zu erleben. Alles kommen und alles gehen lassen zu können, ohne Widerstand, ohne Anhaftung. Wissend, daß alles Sie ist.

 

Hier spüre ich diesen Herzenswunsch mit großer Klarheit, nichts anderes ist meine Motivation. Dafür bin ich hier. Hier in Tamil Nadu, und hier in diesem Leben.

 

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And when you drive, drive on the left side...

Ich gehe durch den Mittelgang des Flugzeuges, auf dem Flug von Delhi nach Chennai, überblicke die Reihen gefüllt mit Menschen mit schwarzen Haaren und dunkler Haut, und bemerke plötzlich, wie ich ganz unbewußt in eine andere Identität geschlüpft bin. Die indische Facette meiner Persönlichkeit hat sich automatisch auf den Plan gerufen gefühlt und spielt ihre Rolle: "ordentlich", würdevoll, geerdet, selbstsicher und etwas unnahbar. Ich bemerke auch, wie ich mich in der Rolle nicht unwohl fühle, sondern eigentlich sehr zu Hause. In Österreich ist "Angemessenheit" nicht mehr annähernd so wichtig wie in Indien. Wie man sich, besonders als Frau kleidet, bewegt, interagiert.... Bei "uns" besteht diesbezüglich enorme Freiheit, von der ich dann auch wieder wertschätzend Gebrauch mache... Doch, wenn ich in Indien bin, geniesse ich diese würdevolle, sich bewahrende Aura der Weiblichkeit, in die man sich als Frau hüllt wie in einen wertvollen Sari.

 

Ich sitze auf meinem Fenstersitz und spüre, wie ich mich in mich selbst hineinfallen lasse, ein erleichtertes Durchatmen, ein Loslassen von all den Verantwortungen und Pflichten  der letzten Wochen und Monate. Es ist, als würde ich endlich zu mir nach Hause zurückkehren nach all der Geschäftigkeit im Außen und in eine tiefe Umarmung mit mir selbst sinken. Der Sitz neben mir ist frei und der Mann daneben rülpst laut und ungeniert - ich kann mir einen angewideren Blick nicht verkneifen, was aber keinen interessiert, denn rülpsen fällt hier nicht aus dem Rahmen der Angemessenheit.

 

Es ist warm und ich habe meine Füße von den Socken befreit. Wie ich diese Barfuß-Kultur in Indien geniesse! Lebendige, sensible Füsse, in Kontakt mit der Erde, in natürlicher Schönheit.....einfach sein-dürfen.

 

Ich bin gespannt und offen welcher höhere, karmische Plan diesmal für mich auf dem Programm steht. Welche Herausforderungen, welche Gaben, wer ich danach sein werde...

 

Ich bin unglaublich hungrig und Air India serviert zum Glück immer gute Mahlzeiten. Endlich steht das Tablett vor mir, ich entferne die Alufolie und dampfender Reis mit würziger Gemüsesauce und Dhal kommt zum Vorschein. Es schmeckt vorzüglich, doch schon jetzt bin ich wieder mit der "Chili-Challenge" konfrontiert und picke die vielen kleinen Stücke grüner Chilischoten heraus.

 

Ich komme mit Verspätung in Chennai an, bei den Immigrationsschaltern werden so viele Fragen gestellt, daß es scheinbar ewig dauert bis unsere kleine Personengruppe mit ausländischen Pässen endlich abgefertigt ist. Als ich endlich aus dem Flughafengebäude heraustrete in den Abholbereich und hoffnungsvoll Ausschau halte, sehe ich auch schon, wie die Hand eines Mannes nach oben schnellt, ein Schild mit meinem Namen darauf hochhaltend. Ich gebe ihm eben so schnell das O.K. Zeichen mit dem Daumen nach oben und nachdem er mein Gepäck verstaut hat machen wir uns auch schon auf den Weg....auf der Strecke aus der Stadt Stau Stau Stau....doch bald fließt der Verkehr wieder und wir fahren unserem Ziel, Auroville, entgegen. Unterwegs halten wir an einem Restaurant an der Bundesstrasse, denn ich bin schon wieder hungrig und es ist schon dunkel und wer weiß, ob ich später noch etwas bekomme... Ich bin dankbar für "Onion Dosa" mit Kokos Chutney. Der Fahrer verdrückt in Windeseile 4 Idlis. Und dann versucht er meine indische SIM Karte zu reaktivieren, was aber nicht gelingen will. Er drückt auf meinem Telefon herum, und als er mein Hintergrundbild von der Heiligen Ma Anandamayi sieht, fragt er beiläufig: "Is it God?" Auf diese einfache Frage kann ich in diesem Land eine ebenso unkomplizierte Antwort geben: "Yes." Er nickt verstehend und sucht weiter in meinem Telefon nach der richtigen Einstellung...

 

Es ist wunderbar in Rekha ´ s und Michael ´ s Anwesen anzukommen. Die beiden haben ein Paradies geschaffen. Einen Ort der Ruhe und Schönheit, des künstlerischen, kreativen Ausdrucks. Der große Garten blüht und gedeiht - Champabäume, Cashewbäume, Babanenstauden, Mangobäume, Jasmin, Hibiskussträucher... man kann darin so richtig lustwandeln und sich von den verschiedenen Düften betören lassen. Die wunderschöne Skulptur von Saraswati, der Göttin der Künste, segnet den ganzen Platz. Hier werde ich für die nächsten Wochen bleiben und klassischen indischen Tanz üben. Die beiden empfangen mich in ihrem großräumigen, geschmackvoll gestallteten, und trotz großer Einfachheit und Klarheit, herrschaftlich anmutendem Wohnzimmer in sehr entspannter Atmosphäre. Die beiden Dalmatiner Luna und Tara schenken mir eine überaus freudige Begrüßung.

Unser Gespräch geht ohne Umschweife in die Tiefe. Das Leben, seine Lektionen und Herausforderung, der spirituelle Prozess des Erwachens und Frei-Werdens.... Wir sind sofort wieder auf der selben Wellenlänge, so wie bei meinem letzten Besuch im März.

 

Als ich nach 2 langen Tagen und einer schlaflosen Nacht im Flugzeug den Körper endlich niederlege und austrecke, scheint der Vollmond durch die Stäbe der schönen Holzfenster und wirft lange milchig-blaue Streifen über mein großes Bett. Nein, die Augen noch nicht schließen...noch diese Schönheit in die Seele fließen lassen...

 

Es hat ungefähr 80% Luftfeuchtigkeit und ist warm. Die nachtaktiven Bewohner des üppigen Gartens feiern ein Fest. Ich hab beim Ankommen schon eine Kröte von enormer Größe im Halbdunkel erblickt. Und nun geben dieses Exemplar und seine Kumpanen ein Konzert von beachtlicher Lautstärke, die Grillen stimmen mit ihrem Gezirpe mit ein, als immer wieder aufwallende und abklingende Oberstimme. Irgendwelche Hunde besingen dazu winselnd und heulend den Vollmond und ein paar Nachtvögel setzen mit Ihre schaurig-schönen Rufen zauberhafte Akzente. Alles in allem eine fast ohrenbetäubende Geräuschkulisse zu so später Stunde. Ich liege im Bett mit den Augen endlich geschlossen und muß schmunzeln. Welcome to India! Wenn nicht die Menschen mit ihren ohrenbetäubenden Hochzeits- und Begräbnisfeiern und dem ständigen Gehupe auf den Strassen lärmen, dann ist auch in freier Natur für den üblichen, gewohnten Geräuschpegel gesorgt...

Nach nicht allzu langer Zeit kehrt aber plötzlich Ruhe ein im Garten....oder bin ich einfach vor Müdigkeit eingeschlafen....

 

Meine Grundausstattung, die ich mir am ersten Tag gleich besorge: eine neue SIM Karte und ein Moped. Der Mopedverleiher sagt zu mir ganz beiläufig: "And when you drive, drive on the left side!"  "Ah danke. Guter Tip."

 

 

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Göttliche Schönheit

 

Schönheit....

 

das Göttliche berührt uns auf viele verschiedene Arten und Weisen. Je nach unserer persönlichen Disposition erscheint es uns so wie es uns entspricht.

 

Als Ma Anandamayi gefragt wurde, Ma wer bist Du?, antwortete sie „Was auch immer Du mir zuschreibst, wie auch immer Du mich sehen möchtest, das bin ich.“

 

 

Für mich war es schon immer die Schönheit, die mir meine/n ungreifbare/n Geliebte spürbar und erfahrbar machte. Der sanft leuchtende Vollmond der die Birkenblätter vor meinem Kinderzimmerfenster versilberte, ein golden glühender Sonnenaufgang über dem weiten Meer an der spanischen Costa Blanca auf meinem Weg zur Arbeit, das kristallklare kalte Wasser der österreichischen Flüsse und Seen welches eine mystische Unterwasserlandschaft Preis gibt, die unfassbare Zartheit und Lieblichkeit, die ein tiefer Blick in eine Blüte freigibt... Die Schönheit der Natur hat meine Seele schon immer am tiefsten bewegt, hat mein Herz sich sehnen lassen nach dem unergründlichen unermesslichen Wesen, dem/der mystischen Geliebten, hat mein Herz singen lassen in ekstatischer Feier des Lebens....

 

 

 

Wie gesegnet ich mich fühle, daß Ma sich in meinem Leben manifestiert hat als die Göttin der Schönheit, die Königin der drei Welten, die ich verehren darf, deren Mantras und Gebete ich sprechen darf, die mich als ihre Tochter angenommen hat. Die morgendliche Sri Puja ist meine tägliche Erinnerung an meine Quelle, meinen Ursprung, meine Mutter und meine wahre Natur, und sie ist eine Praxis der Schönheit! Mit Blüten, mit Kerzen, mit Düften und süßen Früchten und anderen Kostbarkeiten wir das göttliche Weibliche Prinzip, zusammen mit Ihrem ewigen Gemahl, dem männlichen Prinzip, geschmückt und verehrt. Ein heiliger Raum der Schönheit und der Harmonie wird geschaffen, der uns daran erinnert, daß all das in uns selbst liegt....Shiva, Shakti, der paradisische Garten und sämtliche Gottheiten...

 

 

Ma, Königin des Universums! Immer wird sie in meinem Herzen erstrahlen. Wenn diese physische Hülle welk geworden ist und danach strebt wieder Teil der Erde zu werden, dann wird die Verklärung beim inneren Anblick der Angebeteten in meinem Herzen heller erstrahlen denn je....

 

 

 

 

JAI MA!

 

 

 

 

 

 

 

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"Ashramlife & Joyful Journeys"

 

Unsere erste gemeinsame Gruppenreise ist gerade zu Ende gegangen. Es war eine Zeit vieler wunderbarer Impressionen.

 

Die erste Woche konnten die Teilnehmer das Ashramleben kosten, die friedliche Energie, die spirituelle Atmosphäre auf sich wirken lassen. Sie konnten erleben, wie die Sinne wieder feinfühliger werden, aufnahmefähig für die vielen kleinen Wunder der Natur, die sich ununterbrochen um uns herum ereignen. Der Lauf der Sonne, die Phasen des Mondes, die Formationen der Vögel am Himmel, das geschäftige Treiben der Streifenhörnchen, die unendlichen Variationen an Blüten, an kleinen Vögeln, die wahre Schmuckstücke sind – schillernde Farben, filigran geformte kleine Körperchen, und das beständige Rauschen der Narmada...

 

Die tägliche Meditation und Swakriya Yoga Praxis mit den 5 Elementen gab den Rahmen für diese Selbsterfahrung. So vertieften wir uns jeden Tag in eines der Bhavas (innere subtile Stimmungen) – Entschleunigung und Erdung, Leichtigkeit und Lebensfreude, Klarheit und Ausrichtung, Dankbarkeit und Liebe, Freiheit und Einssein.

 

In der zweiten Woche waren wir gemeinsam auf einer freudvollen Reise, wo wir faszinierende jahrtausendealte Zeugnisse menschlicher Kultur besuchten und die Ursprünglichkeit des Nationalparks Satpura und dem Tigerreservat Pachmarhi erlebten.

 

Ich darf ein paar meiner eindrücksvollsten Erfahrungen mit Euch teilen.

 

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