Eine schöne, arbeitsreiche Zeit ist zu Ende gegangen...

Die Wochen sind nur so verflogen... sie waren arbeitsintensiv, lehrreich und sehr erfüllend. Unser allererstes Swakriya Yoga Teacher Training hat stattgefunden, gleich gefolgt von einem Zweiten, ob der großen Nachfrage.

Eine Zeit intensiver innerer und äusserer Arbeit liegt hinter uns. Wenn ich nun zurückblicke, wird mir bewußt welche großen Entwicklungsschritte und Wandlungsprozesse stattgefunden haben.

 

Die erste Hälfte meiner Zeit in Ma Sharanam war ich ausschließlich mit der inneren spirituellen Arbeit beschäftigt, in mich zurückgezogen und sehr diszipliniert. Sadhana in den frühen Morgenstunden, geduldiges ausgedehntes Sitzen in stiller Meditation. In dieser Zeit wurde vieles an die Oberfläche befördert was im Verborgenen schlummerte. Das Licht des Bewußtseins hat die Kraft schädliche Gedanken- und Handlungsmuster außer Kraft zu setzen. Allein durch den Akt des Sehens und Erkennens kann sich vieles ändern. Im Vergleich zu dieser ersten Zeit fühle ich mich nun so viel leichter, unbeschwerter aber auch stabiler und geerdeter.

Diese Zeit war auch geprägt von der Vorbereitung und Planung der Lehrerausbildungen, dem Schreiben des Unterrichtsmaterials...

 

Und dann kam auch schon die erste Gruppe zu schulender zukünftiger Swakriya Yoga Lehrer und der Fokus wandelte sich, alle Energie und Aufmerksamkeit floß nun nicht mehr nach innen sondern nach aussen. Nun ging es darum für die Menschen da zu sein, die sich vertrauensvoll auf die weite Reise gemacht hatten und bereit waren sich auf das Unbekannte und Neue einzulassen. Wir begannen die gemeinsame Reise, das gemeinsame Sadhana, mit den 5 Elementen. Jedes der Elemente birgt spezielle Gaben, aber manchmal auch Herausforderungen in sich. Erde gibt uns Sicherheit und läßt uns Angst überwinden. Zuviel davon kann uns jedoch träge und unflexibel machen. Wasser schenkt uns Spontanität und spielerische Lebensfreude, kann jedoch im Übermaß bewirken, daß wir zu sehr an Genüssen festhängen. Feuer läßt uns unseren Weg mit Klarheit und Inspiration zielsicher beschreiten. Zuviel davon macht uns jedoch ehrgeizig oder hitzköpfig. Luft öffnet uns für die Verbundenheit mit allem was ist, für Liebe und Vergebung. Die Kehrseite davon ist die Konfrontation mit tiefsitzendem Schmerz und alten Verletzungen. Nachdem alle 4 Elemente ins Gleichgewicht gebracht wurden, schenkt uns Ether die Erfahrung von Freiheit, von Grenzenlosigkeit, von alldurchdringender Einheit mit allem was ist. Das ist das Ziel von Swakriya Yoga, unsere wahre Natur wieder zu entdecken und immer mehr in dieser Erfahrung zu leben. Alle durchliefen ihre eigenen individuellen Reinigungsprozesse. Das Wohlergehen der Ausbildungsteilnehmer in jedem Moment zu unterstützen war eine schöne Aufgabe, immer getragen von dem Wissen, daß nur durch das Zulassen höherer Führung echte Heilung geschehen kann, nicht aus unserer eigenen Kraft. Dieses Sich-Überlassen und Hingeben war und ist die immerwährende Übung für mich. Neben dem Unterrichten blieb kaum Zeit für andere Tätigkeiten. Die 3 Wochen vergingen wie im Flug und schon war das erste Swakriya Yoga TTC vorrüber. Stolz und freudig konnten wir die Zertifikate verleihen und uns über die vielen strahlenden, glücklichen Gesichter freuen. Alle waren tief berührt und voller Dankbarkeit. 

Nach einer Woche kam dann bereits die zweite Gruppe angereist. Swamiji und ich waren nun schon ein eingespieltes Team und bei dieser zweiten Lehrerausbildung um einiges routinierter. Es war eine sehr schöne gemeinsame Zeit mit dieser Gruppe, die so schnell und so freudig lernten und alles so dankbar annahmen. Weitere 3 Wochen waren im handumdrehen vorrüber....

Und schon stand nicht nur den Teilnehmern sondern auch mir der Abschied vom Ashram bevor. Unbegreiflich plötzlich alles hinter mir zu lassen, mein Zimmer, die Ashram-Familie, die Kinder...

 

Der Fluß des Lebens bleibt nicht stehen, die Reise ging weiter und führte mich nach Orissa zum Odissi-Tanz. Auch eine Art des Heimkommens in eine gewohnte liebgewonnene Umgebung. Der gleiche Gemüsehändler stand immer noch mit seinen frischen, grünen Gemüsesorten, in seinem kleinen Stand, an der Ecke. “Mein“ Rikshaw Fahrer war auch noch unter der selben Telefonnummer erreichbar und gleich zur Stelle...freudiges Wiedersehen! Odissi beschert mir die selbe Erfahrung wie jedesmal nach langen Trainingspausen.... ein überwältigendes Gefühl diesem Tanz physisch und mental nicht gewachsen zu sein. Dazu kommt die Umstellung wieder im “weltlichen“ Leben zurück zu sein und allem ausgesetzt zu sein was dazu gehört, die angenehmen wie die unangenehmen Dinge.... mit einem Wort: die ersten Tage hatte ich großes Heimweh nach dem Ashram.

Durch das harte Tanztraining beiße ich mich durch, kann man sagen, langsam kommt die Kraft zurück, die Balance, die Koordination... die Freude an der einzigartigen Ästhetik und Kraft von Odissi.... die Erfahrung von Shakti, göttlicher Energie, die sich ihren Weg bahnt um sich durch den Tänzer auszudrücken....  Etwas ist jedoch anders als sonst.... Das Tanzen selbst ist nun als Sinn und Zweck nicht mehr ausreichend. Die Frage stellt sich, wie der Tanz genutzt werden kann um der Spiritualität zu dienen, nicht nur mir, sondern auch anderen... Interessanter Weise vernehme ich den Ruf nach einer Öffnung für anderen Tanzrichtungen... ein kreatives Erkunden der Möglichkeiten.... möglicherweise bin ich auch schon auf einer Fährte die mich in einen ganz anderen Teil von Indien führen wird... man darf gespannt sein....

 

 

 

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Kommentare: 2
  • #1

    Radhika (Mittwoch, 01 März 2017 11:56)

    Liebe Saraswati, mit Freude lese ich deine Blog Einträge. Mir fehlen die Worte. Ich lass die Stille und das Herz sprechen. Vielen Dank dass du mich daran teilhaben lässt.
    Jay Ma

  • #2

    Martin Sautner (Montag, 06 März 2017 20:25)

    Liebe Susi, liebe Saraswati,

    herzlichen Dank für Deine Zeilen - wenn man die Augen schließt, kann man die Luft und die Erlebnisse, welche Du schilderst, wunderbar nachvollziehen und mitfühlen. Ich wünsche Dir und euch vom ganzen Herzen noch eine wundervolle Zeit in Indien und freue mich auf ein Wiedersehen am "alten Kontinent Europa". Jai Mah, om Shanti :-)