Tanz als Sadhana/spirituelle Praxis

Odissi....heiliger Tanz. Wie glücklich ich bin zurück zu sein, beim harten Training in Odissi. Was ist es, das soviel Glück und Erfüllung schenkt an diesem Tanz? Das Erlernen ist ein beschwerlicher, steiler Weg. Täglich werden, nach vorbereitenden Kräftigungsübungen, die insgesamt 20 Grund- "Schrittmuster" trainiert. Diese sind gewissermaßen das Alphabet des Tanzes. Das Ziel ist es Kraft aufzubauen und höchste Präzision und Klarheit in den vielschichtigen Bewegungen zu erreichen.
Schritte, Armbewegungen, Hand-Mudras, Bewegung des Brustkorbes, des Kopfes, Blickrichtung... alles soll harmonisch zusammenspielen und folgt bestimmten Regeln. Odissi vermittelt nicht nur Ästhetik sondern ist vorallem ein Kommunikationsmittel. Mit Hilfe des Tanzes werden Geschichten aus den heiligen Schriften erzählt, die die Zuschauer in bestimmte Erfahrungswelten führen, und idealerweise eine direkte Erfahrung des Göttlichen ermöglichen.

Jeden Morgen verbringt jede von uns 20 Frauen ca. 5 -30 min (je nach Übung) damit sich möglichst geschickt in eine 5 Meter lange Stoffbahn, den Sari, zu wickeln. Und damit beginnt auch schon das yogische Tapas , das freiwillige Auf-Sich-Nehmen von Unbequemlichkeit aus Hingabe an einen höheren Sinn. Bei einigen, noch Ungeübten löst diese tägliche morgendliche Feuerprobe den Sari zu zähmen geradezu Schweißausbrüche aus, denn der Sari ist unberechenbar und Unterricht beginnt pünktlich. Wer zu spät kommt, bleibt vor der Tür. Und wer möchte schon in einem sich selbständig-machenden Sari tanzen oder in so einem lächerlichen Aufzug über die Strasse spazieren. Sicherheitsnadeln sind die Waffen der Wahl!

Nachdem diese erste Hürde geschafft ist, erscheinen alle frisch und hübsch zurechtgemacht, zum Date mit dem göttlichen Geliebten, im Tempel. Der Tag beginnt mit Gesang und Gebet. Jede bekommt Prasad, gesegnete Nahrung, ein Stück Banane mit Rosenwasser und einem Tulsi-Blatt, und ein Zeichen der Segnung auf der Stirn mit Sandelholzpaste.
Und nun sind wir bereit.... für den Kampf! Den Kampf gegen die eigenen Dämonen, die Bequemlichkeit, das Vermeiden-Wollen von Schmerz, den Stolz, das Kontrollbedürfnis.
Odissi ist gekennzeichnet von einer Position mit nach außen rotierten Füssen und tief gebeugten Knien. Es scheint eigentlich unmöglich diese anstrengende Position über lange Zeit zu halten und dann auch noch damit zu tanzen.
Es ist für mich jedesmal wieder eine Erfahrung von Demut, großem Respekt und Mitgefühl den Tänzerinnen gegenüber, die sich jeden Tag so tapfer schlagen. Es ist berührend die Gesichter derer zu sehen, die täglich alles geben um die eigenen körperlichen und geistigen Grenzen zu überwinden.

Der stetige, kraftvolle Rhythmus der Pakhawaj (nordindische Trommel) beginnt und damit voller körperlicher Einsatz, der die gesamte Aufmerksamkeit im gegenwärtigen Moment bündelt.
Mittendrin, während Chouka Nr 3 in rasend schnellem Tempo, als ich das Gefühl habe, die schmerzenden Oberschenkel und Arme nicht mehr ertragen zu können und mein Herz sich anfühlt als würde es mir gleich zum Hals herausspringen, erinnere ich mich: `Hingabe`! Das Motto dieser Reise, welches mir die Mutter des Universums am Tag der Abreise ins Ohr geflüstert hat.
Während der Körper sich weiterbewegt zum Schlagen des Holzstabes und der lauten Stimme des Lehrers, "one-two-three-one-two-three-one-two-three-one-two-three", höre ich auf zu "tun" und entspanne mich ins "Sein". Endlich überlasse ich den Körper der höheren Kraft, für die und durch die ich überhaupt hier bin. Hier auf dieser Erde, hier in diesem Tempel in Rajasthan im Odissi Unterricht. Die mich hierhergeführt hat, weil sie sich im Tanz ausdrücken möchte! Endlich gebe ich auf und sage, "Ich kann nicht mehr! Übernimm Du! Tanze!" Und ich werde Zeuge, wie dieser Körper sich mit einem Mal mit Leichtigkeit und Grazie bewegt. Mühelos, schwerelos und eins mit der Musik. Alles körperliche und geistige Unbehagen, jegliche Anstrengung ist transzendiert. Das yogische Kunststück ist gelungen. Für wenige, glorreiche Momente ist die Person der Tänzerin verschwunden und die wahre Tänzerin des Universums - Shakti - hat die Führung übernommen.

Das ist das Geheimnis dieses Tanzes -  jeder Kunstform und des ganzen Lebens. Aus eigener Kraft gelangen wir nur bis zu einem bestimmten Punkt. Ohne uns mit der kreativen Kraft der Schöpfung zu verbünden sind wir machtlos. Wenn wir lernen unsere eigene Ohnmacht einzugestehen, jeglichen Widerstand, jegliches Kontrollbedürfnis aufzugeben und uns mit reinem Herzen zu öffnen für Führung, dann werden ungeahnte Kräfte frei und es geschehen wahre Wunder. Dann tanzen wir frei und unbeschwert durch`s Leben....

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Kommentare: 18
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